Sun Quans frittierte Glutenbällchen: der Snack, der einen Halbtagesausflug ab Hangzhou wert ist
Zuletzt aktualisiert: 19.07.2026
Am 19. Juli 2026 stellte China Daily einen jahrhundertealten Snack aus dem Umland von Hangzhou vor: Sun Quans frittierte Glutenbällchen (孙权家油面筋). Der Snack allein wäre die Anfahrt nicht wert — aber er stammt aus Longmen Ancient Town, einem bemerkenswert unverfälschten Ming-Qing-Dorf, in dem 90 % der Bewohner vom Kriegsherrn Sun Quan aus der Zeit der Drei Reiche abstammen. Snack plus Dorf ergibt einen der einfachsten und günstigsten Halbtagesausflüge ab Hangzhou.
Der Snack selbst
Alles beginnt mit Weizenteig, der so lange in Wasser gewaschen wird, bis nur noch das elastische Gluten übrig ist — das wird die zähe, goldene Hülle. Die Füllung aus frischem Schweinefleisch und Bambussprossen wird von Hand zu Bällchen gerollt und langsam frittiert, bis sie außen knusprig und innen saftig sind. Die Stände rund um den Ahnentempel der Sun und in den alten Gassen frittieren auf Bestellung; rechnet mit 3–10 CNY je nach Stand und Portion. Heiß essen, direkt aus der Fritteuse — das ist kein Snack zum Mitnehmen. In manchen alten Werkstätten wird das Gluten noch von Hand gestoßen, zusehen ist erlaubt.
Das Dorf hinter dem Snack
Longmen Ancient Town (龙门古镇) ist keine rekonstruierte Touristenstraße — es ist ein lebendiges Dorf mit über 40 Hallen aus Ming- und Qing-Zeit, durchzogen von 78 Kopfsteinpflastergassen, die ein natürliches Labyrinth bilden. Zwischen zwei Happen lohnt sich:
- Der Tuschetümpel (砚池) — das Dorfzentrum; weiße Mauern und Pferdekopf-Giebel spiegeln sich im stillen Wasser, am schönsten im Morgennebel oder in der Dämmerung.
- Die Yimen-Torbogen (义门牌坊) — Drehort chinesischer Historienserien, erinnert an die Wohltätigkeitstradition des Sun-Clans.
- Der Ahnentempel der Familie Sun — Holz- und Steinschnitzereien erzählen die Geschichte der Sun aus der Zeit der Drei Reiche.
- Der Longmen-Bach — fließt durchs Dorf; im Sommer waten hier Einheimische und waschen Gemüse. Kinder plantschern, ihr dürft auch.
Das Bummeln durch Gassen, über die alte Brücke und am Bach entlang ist kostenlos. Für die historischen Hallen braucht man ein Kombiticket, das Reisende mit grob 30–55 CNY angeben — je nachdem, ob online oder an der Kasse gekauft; aktuelle Preise vor Ort oder auf Trip.com prüfen. Wenn ihr euch im Labyrinth verlauft, gilt die lokale Faustregel: Dem Wasser folgen, um das Dorf zu verlassen; gegen das Wasser, um tiefer hineinzugehen.
Was man sonst noch isst
- Wecktörtchen mit Reiswein (酒酿馒头) — weiche, leicht süße Brötchen mit Reisweinaroma, 1–2 CNY das Stück; Einheimische klemmen ein Glutenbällchen hinein für die volle Kohlenhydrat-Erfahrung.
- Longmen-Reiswein — süß und alkoholarm, glas- oder flaschenweise erhältlich.
- Weizenfladen (麦饼) — mit eingelegtem Gemüse gefülltes Fladenbrot, das lokale Frühstück.
- Bauernküche — Innenhöfe alter Häuser servieren Bambussprossen- und Bachfischgerichte für rund 60 CNY pro Person.
Anreise ab Hangzhou
1. Metro-Linie 6 bis Guihua West Road (桂花西路)
Endstation im Bezirk Fuyang, etwa 45–60 Minuten vom Zentrum Hangzhous.
2. Bus oder Taxi für den Rest
Bus 2358 fährt von nahe der Station Richtung Dorf (insgesamt etwa 1,5 Stunden); Taxi oder Didi ab Metro oder Bahnhof Fuyang dauert ~20–30 Minuten und kostet rund 30 CNY.
3. Oder komplett mit dem Taxi
Etwa eine Stunde ab Zentrum Hangzhou, rund 150 CNY — zu zweit oder dritt gut teilbar.
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Praktische Tipps
- Ein halber Tag reicht. Ankunft 8:00–9:00 oder nach 15:00 Uhr, durch die Gassen snacken, zurück zum Abendessen in Hangzhou.
- Rutschfeste Schuhe tragen. Alles ist Kopfsteinpflaster, nach Regen glatt.
- Werktage sind deutlich ruhiger als Wochenenden und Feiertage.
- Im Sommer: Mückenspray fürs Bachufer und Wasser mitnehmen — die schattigen Gassen helfen, aber Juli in Fuyang ist heiß.
- Nicht mit den Longmen-Grotten verwechseln (die berühmten buddhistischen Höhlen liegen in Luoyang, Hunderte Kilometer entfernt). Hier geht es um 龙门古镇 in Fuyang, Hangzhou.